Haruki Murakami “Schlaf”
Aus dem Japanischen von Nora Bierich
45 Illustrationen von Kat Menschik
DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln
80 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Duotone
Preis: 14,95 €
ISBN-13: 978-3832195250
Wach sein
“Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf!“ – So beginnt Murakamis Erzählung über eine Frau, die zweimal in ihrem Leben an Schlaflosigkeit leidet. Das erste Mal – während ihrer Studienzeit – ist sie nach wenigen Tagen ausgelaugt. Sie ist ständig müde und zu nichts mehr fähig. Genauso plötzlich aber wie die Schlafstörung kam, war sie auch wieder fort.
Das zweite Mal ist anders. Sie kann einfach nicht mehr schlafen, ist aber auch nicht müde. Ihr Verstand ist wach, sie ist körperlich fit und sogar aktiver als sonst. Die Zeit, in der alles schläft, nutzt sie zum Lesen, zum Nachdenken und um durch die Stadt zu fahren. Es ist ihre frei verfügbare Zeit, die ihr ein Gefühl von Freiheit gibt. Doch was ist mit dieser Zeit? Warum bekommt sie diese Zeit geschenkt? Wird sie ihr am Ende fehlen?
Nicht nur ihre Wachheit ist seltsam, auch der Beginn der Schlaflosigkeit ist ungewöhnlich. Aus einem Alptraum erwacht, sieht sie an ihrem Fußende einen schwarz gekleideten Mann stehen. Sie selbst kann sich nicht bewegen, nicht sprechen, ihn nur anstarren. Ein lautloser Schrei holt sie aus der Bewegungsunfähigkeit heraus, der Mann aber ist verschwunden. Nur ein Unheil verkündendes Gefühl ist geblieben, und die Schlaflosigkeit.
Murakamis Geschichte nimmt den Leser mit auf diese ungewöhnliche Reise. Doch je weiter man diese Reise geht, desto mehr fragt man sich, ob man je wieder ruhig schlafen kann oder ob man lieber Tolstois Anna Karenina noch mal lesen sollte…
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