Rainer Maria Rilke

Träume

Traum ist Brokat, der vor dir niederfließt,
Traum ist ein Baum, ein Glanz der geht, ein Laut -;
ein Fühlen, das in dir beginnt und schließt
ist Traum; ein Tier das dir ins Auge schaut
ist Traum; ein Engel, welcher dich genießt,
ist Traum. Traum ist das Wort, das sanften Falles
in dein Gefühl fällt wie ein Blütenblatt,
das dir im Haar bleibt: licht, verwirrt und matt -,
hebst du die Hände auf: auch dann kommt Traum.
kommt in sie wie das Fallen eines Balles -;
fast alles träumt -, du aber trägst das alles.

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